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Ohne Liebe wird es eng

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Interview mit Laith Al-Deen

 

laith

 

ff Lüneburg. "Der Letzte Deiner Art" ist der Titel der Deutschland-Tournee 2012 von Laith Al-Deen (FOTO). Sie beginnt am Sonntag, 22. Januar, 19 Uhr im Vamos. Hier bereitet der Soul-Sänger mit seiner Band auch das Programm vor, vier Tage sind dafür geplant. Mit der LZ sprach Laith Al-Deen über seine musikalische Entwicklung und natürlich über das neue Projekt.


Warum starten Sie Ihre Konzertreise in Lüneburg?


Laith Al-Deen: Wir haben in den letzen vier Jahren immer im Schwarzwald begonnen, dort haben wir Bekannte, Freunde, und dann zunächst ein Fanclub-Konzert gegeben. Nun haben eben einmal unsere Fans im Norden die kürzere Strecke. Außerdem stehen wir schon lange mit dem Vamos in Kontakt.

Hat Ihr deutsch-irakisches Elternhaus Sie als Musiker geprägt?


Laith Al-Deen: Ich glaube nicht. Meine Mutter hat allenfalls etwas leichte Hausmusik gepflegt, mein Vater gar nicht. Die künstlerische Ader kommt eher durch die Großväter. Es ist höchstens so, dass mir durch meinen Hintergrund -- ähnlich wie bei Xavier Naidoo -- mehr Emotionalität zugestanden wird.

Und die Texte?

Laith Al-Deen: Also, die irakische Musik wimmelt nur so von Liebesliedern mit einer unglaublichen Pathetik, natürlich mit Religion verknüpft. Nein, ich bin hier in Deutschland aufgewachsen, zur Schule gegangen, das hat mich geprägt. Wir haben in unserem Team immerhin einen Germanisten. Es hat da in den letzten zehn bis zwölf Jahren in der deutschsprachigen Popmusik eine unglaubliche Entwicklung gegeben. Musiker wie Grönemeyer und Westernhagen sind ja eher Klassiker, man könnte sagen, Vertreter des Liedermacher-Deutsch. Ich zähle mich da eher zu den Angehörigen des Pop-Deutsch. Viele Künstler haben einen völlig schmerzfreien Umgang mit der deutschen Metrik. Aber die Sprache ist nicht schlechter geworden, im Gegenteil. Der Hip-Hop macht viel mit der deutschen Sprache, das ist sehr spannend. Manche sagen, die deutsche Sprache ist für Popmusik zu hart -- die Hip-Hopper fliegen da einfach drüber. Ihre Musik hat für viele Leute den Zugang zur deutschen Sprache leichter gemacht, das ist eine sehr schöne Entwicklung.

 


Hat der Musiker nicht auch eine Verantwortung?

Laith Al-Deen: Sicher. Herkunft und Bildung teilen nach wie vor die Gesellschaft. Es gibt in Mannheim eine Gegend, die wird zu Little Turkey, da versucht man, sich etwas anzugleichen. Mein großes Thema ist die Menschenliebe -- ohne sie würde es sehr eng auf der Erde werden.


Sie haben an Landes- und Bundes-Contests teilgenommen. Gehen Sie gern auf solche Wettbewerbe?


Laith Al-Deen: Ja und nein. Ich mache es da wie viele Musiker, ich nehme daran teil, wenn ich etwas zu promoten habe. Ich wäre gern zum Grand Prix gefahren. Ich sehe das wie beim Sport, der vereint die Nation, bei der Musik gibt es das leider noch nicht so. Aber es gibt auch so etwas wie einen gesunden Patriotismus in diesen Dingen, für den lasse ich mich dann gern breitschlagen.

Wann haben Sie beschlossen, Musiker zu werden?

Laith Al-Deen: Da muss ich wohl so 19 gewesen sein. Aber wirklich entschieden habe ich mich mit 23 Jahren. Ich habe ein Soziologie-Studium angefangen und ein Praktikum in einer Schule für Radiologie-Assistenten gemacht. Ich wollte den Eltern nicht mehr auf der Tasche liegen -- und die Entscheidung für die Musik hat sich sehr schnell als richtig erwiesen, das wurde mir überall bestätigt.

Was bietet die aktuelle Tournee?

Laith Al-Deen: Wir haben zuletzt eine Reihe von Gästen gehabt, viel experimentiert mit Bläsern und Streichern -- jetzt hatten wir mal wieder Lust auf eine klassische Fünf-Mann-Tournee, wollen mit kleinem Besteck richtig loslegen. Das ist bei zwei Stunden Programm natürlich anspruchsvoll. Es wird mehr Farbe geben, viel Optik, ordentlich Video-Alarm. Wir feilen an den alten Songs, ich spiele gern meine alten Stücke, gewissermaßen das Beste aus den 60er- bis 90er-Jahren (lacht). Aber nicht in der bekannten Version. Das ist die eine Hälfte. Die anderen 50 Prozent sind neu. Die letzten Konzerte waren bestuhlt, das ist diesmal anders. Es wird kräftig zur Sache gehen.

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akt. Termine

Di Mai 22 @20:00 -
Die Comedian Harmonists T.NT, An den Reeperbahnen 3, 21335, Lüneburg
Di Mai 22 @20:00 -
Orgel und Blechbläserquintett St. Johannis Lüneburg, Bei der St.Johanniskirche 2, 21335, Lüneburg
Mi Mai 23 @18:00 -
Orgelreise St.-Johannis-Kirche Lüchow, An der St.-Joh.-Kirche 9, 29439, Lüchow
Mi Mai 23 @19:00 -
125. Geburtstag von Ernst Wiechert Ostpreußisches Landesmuseum, Ritterstraße 10, 21335, Lüneburg
Mi Mai 23 @20:00 -
John Cramer Heinrich-Heine-Haus, Am Ochsenmarkt 1, 21335, Lüneburg

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