
ff Lüneburg. Eigentlich ist die Bäckerstraße seine Bühne: Der Lüneburger Straßensänger Felix Meyer (auf dem Foto mit Megaphon) hat sich durch unzählige Open-Air-Auftritte einen Namen gemacht. Aber in geschlossenen Räumen werden der Singer/Songwriter und seine Band offensichtlich auch gern gehört: Im vollbesetzten Scala-Kinosaal stellte das Sextett seine zweite CD "Erste Liebe / letzter Tanz" vor.
Felix Meyer ist ein Virtuose der unsentimentalen Poesie und des melancholischen Humors. "Ich male mit dem großen Zeh/eine Idee von uns in den Sand", heißt es in dem Song "Einverstanden", und das könnte Kitsch werden. Aber es geht so weiter: "Eine Welle hat sie mitgenommen/damit sie keiner verderben kann".
Die bittersüßen Lieder führen über den Weg eines Zeitgenossen, der nicht jammern oder wüten mag, sondern seine Eindrücke, Erlebnisse und Erinnerungen sortiert und in einen höheren Zusammenhang zu bringen versucht. Das kann (und soll) natürlich nicht gelingen, die Welt ist einfach zu schwierig, "kein Wunschkonzert auf dem Ponyhof". Aber dafür gibt es eben auch mal einen Tag "an dem ich einverstanden bin / mit allem, was irgendwann sein kann / und wo wir gestern schon waren".
Die Musik ist entspannt, eingängig und transportiert den Charme einer sorgsam kultivierten Rastlosigkeit. Es spielen Benjamin Albrecht, Sebastian Brand, Niklas Neßelhut, Olaf Niebuhr und Erik Manouz. Der Sound liegt im Schwerpunkt auf akustischen Instrumenten, auf Kontrabass, Ukulele, Congas und Banjo beispielsweise -- logisch, auf der Straße gibt es keine Steckdose.
Dazu passt das liebevoll aufgemachte Cover der CD, es zeigt durchgestylte Bilder von vagabundierenden, etwas heruntergekommenen Musikanten -- man wäre irgendwie gern dabei. "In dreizehn Tagen", so Felix Meyer, "erscheint unser neues Album."
Das hat er am vergangenen Sonnabend gesagt. Rechnen muss nun jeder selbst.



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