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Ulita Knaus und Trio in der neuen Ritterakademie

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knaus

oc Lüneburg. Es gibt so wahnsinnig viele gute Sängerinnen im Jazz. Über eine wirklich besonders reiche, wandlungsfähige und weiche Stimme verfügt Ulita Knaus (FOTO). Sie hat es auf vielen Konzerten und auf vier CDs bewiesen. Jetzt sucht die 41-Jährige ein Konzept, das den Faktor Alleinstellungsmerkmal erhöht. Dazu begab sie sich in die Text- und Produktionsschmiede von Frank Ramond, der schon Geschmeidiges für Annett Louisan, Ina Müller und Roger Cicero auf den Weg brachte. "Tambor" heißt das Ergebnis, und es funktionierte live von Stück zu Stück besser, als Ulita Knaus und Trio jetzt die große Bühne der Ritterakademie einweihten.

Was für ein Ort bzw. auf Zeitgeistdeutsch: Was für eine Location! Eine Menge Geld und Ideen hat das Campus-Team investiert - für eine variable Bühne, Tresen, Garderobe, Ton und Licht, wodurch die Ritterakademie zur Edel-Adresse für Livemusik und Party aufsteigt - cool, aber nicht kühl. Hier darf es viele große Abende geben.

Tatsächlich wird es einer, wenn auch mit Anlauf. Anfangs klingt es etwas glatt, brav, korrekt einstudiert, aber nicht wirklich eingespielt. Der Schuss Pop, der in den Jazz einfließt, wirkt noch aufgepfropft, aber das legt sich. Spätestens nach der Pause grooven die Musiker und ihre Frontfrau wie beseelt. Als ganz am Ende die Musiker rätseln, was sie denn jetzt noch spielen können, kehren sie zurück zum Beginn: "Es wird eh passieren" - und es passiert nun alles wie angegossen.

Lieder von der Liebe, wie sie kommt und wohin sie führt, singt Ulita Knaus. Das Zärtliche, Melancholische, Hintergründige liegt ihrer biegsamen und sicher akzentuierenden Stimme. Sie kann auch einmal frech klingen, wenn die Sängerin durch den Saal zieht und ihre Stimme mit den Vornamen der Besucher jonglieren lässt. "Und wie heißt Du?" ist der auslösende Titel einer mal ganz anderen Form der Publikumsbeteiligung. Denn Mitklatsch-, Mitsing-Musik ist das nie, was Ulita Knaus und ihr "Tambor"-Trio spielen.

Zwei alte Stücke baut Ulita Knaus ein, Zeichen ihrer Vielseitigkeit. Der Reichtum, die Eleganz und der emotionale Kern ihrer Stimme kommen am besten zum Tragen, wenn sie Raum hat, etwa im Duo mit dem Pianisten. Tino Derado entpuppt sich als sehr sensibel agierender, zugleich eigenständiger Pianist, der seine Solo-Ausflüge klug aufbaut. Achim Rafain sorgt am Bass für den Groove. Vor allem aber reißt Percussionist Tpac Mantilla, der Udu, Cajon, Djembe und vieles mehr schlägt und streichelt, das Publikum mit. Mantilla zieht mit seinem Temperament streckenweise die Show an sich. Das macht viel Spaß und hat große Klasse.

Das Publikum zeigt sich zunehmend begeistert. Dieses Konzert passte ideal an diesen Ort.

akt. Termine

Di Mai 22 @20:00 -
Die Comedian Harmonists T.NT, An den Reeperbahnen 3, 21335, Lüneburg
Di Mai 22 @20:00 -
Orgel und Blechbläserquintett St. Johannis Lüneburg, Bei der St.Johanniskirche 2, 21335, Lüneburg
Mi Mai 23 @18:00 -
Orgelreise St.-Johannis-Kirche Lüchow, An der St.-Joh.-Kirche 9, 29439, Lüchow
Mi Mai 23 @19:00 -
125. Geburtstag von Ernst Wiechert Ostpreußisches Landesmuseum, Ritterstraße 10, 21335, Lüneburg
Mi Mai 23 @20:00 -
John Cramer Heinrich-Heine-Haus, Am Ochsenmarkt 1, 21335, Lüneburg

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