
Was für ein Ort bzw. auf Zeitgeistdeutsch: Was für eine Location! Eine Menge Geld und Ideen hat das Campus-Team investiert - für eine variable Bühne, Tresen, Garderobe, Ton und Licht, wodurch die Ritterakademie zur Edel-Adresse für Livemusik und Party aufsteigt - cool, aber nicht kühl. Hier darf es viele große Abende geben.
Tatsächlich wird es einer, wenn auch mit Anlauf. Anfangs klingt es etwas glatt, brav, korrekt einstudiert, aber nicht wirklich eingespielt. Der Schuss Pop, der in den Jazz einfließt, wirkt noch aufgepfropft, aber das legt sich. Spätestens nach der Pause grooven die Musiker und ihre Frontfrau wie beseelt. Als ganz am Ende die Musiker rätseln, was sie denn jetzt noch spielen können, kehren sie zurück zum Beginn: "Es wird eh passieren" - und es passiert nun alles wie angegossen.
Lieder von der Liebe, wie sie kommt und wohin sie führt, singt Ulita Knaus. Das Zärtliche, Melancholische, Hintergründige liegt ihrer biegsamen und sicher akzentuierenden Stimme. Sie kann auch einmal frech klingen, wenn die Sängerin durch den Saal zieht und ihre Stimme mit den Vornamen der Besucher jonglieren lässt. "Und wie heißt Du?" ist der auslösende Titel einer mal ganz anderen Form der Publikumsbeteiligung. Denn Mitklatsch-, Mitsing-Musik ist das nie, was Ulita Knaus und ihr "Tambor"-Trio spielen.
Zwei alte Stücke baut Ulita Knaus ein, Zeichen ihrer Vielseitigkeit. Der Reichtum, die Eleganz und der emotionale Kern ihrer Stimme kommen am besten zum Tragen, wenn sie Raum hat, etwa im Duo mit dem Pianisten. Tino Derado entpuppt sich als sehr sensibel agierender, zugleich eigenständiger Pianist, der seine Solo-Ausflüge klug aufbaut. Achim Rafain sorgt am Bass für den Groove. Vor allem aber reißt Percussionist Tpac Mantilla, der Udu, Cajon, Djembe und vieles mehr schlägt und streichelt, das Publikum mit. Mantilla zieht mit seinem Temperament streckenweise die Show an sich. Das macht viel Spaß und hat große Klasse.
Das Publikum zeigt sich zunehmend begeistert. Dieses Konzert passte ideal an diesen Ort.



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