Der Rock-Blog von Uwe Bahn – Direkt von Bord

„Odyssee, Odyssee – keiner weiß wohin die Reise geht!“ Oh doch. Nach Kopenhagen, nach Oslo, dann zurück nach Kiel. Und da hat Udo Lindenbergs Rock-Liner Nummer zwei (wieder „Mein Schiff“ von TUI Cruises) gerade abgelegt. Mit 2.000 Panik-Passagieren. Schon beim „Auslaufständchen“ rocken Panikorchester & Udo zwei Songs. Danach dröhnen AC/DC und ZZ Top übers Deck. Und zwar keine Balladen - das geht ja schon wieder gut los. Innerhalb von vier Stunden (!) haben die Fans die Reisebüros geplündert – dann war der Dampfer dicht. Ausverkauft. Welch’ Wahnsinn da auf den Wellen tobt, davon können die zweitausend Beseelten von Rock-Liner 1 immer noch ein Lied singen. Der fuhr im Mai von Hamburg nach London und zurück. Einlauf zum Hafengeburtstag mit einer Mauer von Marshalltürmen auf dem Sonnendeck, hundert Gitarristen an der Reling und 500.000 Leuten an der Kaimauer. Und nun furcht dieser Lindenberg durch die Kieler Förde hinein in die Ostsee. Mit einem Publikum, dass so gar nicht in das alte Klischee passt: Kreuzfahrt heißt deshalb Kreuzfahrt, weil es die meisten Passagiere schon im Kreuz haben. Und neunzig Prozent von ihnen sich noch an die Einschulung von Johannes Heesters erinnern. Die hier nicht. Die hatten als erste Platte „Paranoid“ im Schrank. Und jetzt sind sie alle in ihren Kabinen und bretzeln sich auf für den ersten Abend. Das heißt: Jeans, Lederjacke und Piraten-Siegelring am Finger. Also: No Smoking. Ich stelle mir gerade vor: Auf der Astor spielt der Bord-Entertainer zu diesem Zeitpunkt einen Potpourri aus „Muss i denn zum Städtele hinaus“ und „Wenn der weiße Flieder wieder blüht!“ Und an der Bar schenken sie dort Klosterfrau-Melisse auf Eis aus.
Hier an Bord gibt’s nach dem Essen (ja, wir essen auch was) in der Casino Lounge die Late Night Session mit den „Midnight Ramble Allstars“. Wegen dieser verdammten Lounge wurden bei den meisten Passagieren von Rock-Liner 1 die Krankenkassenbeiträge erhöht. Bitte Udo, trommel’ nicht wieder bis zum Morgengrauen!!! Wir haben alle Familie. Und laufen morgen früh schon Kopenhagen an. Was heute Nacht an Bord passiert, dazu mehr im nächsten Rock-Blog. Ich geh’ jetzt Kräfte sammeln. Aber sonst ist heute wieder alles klar...



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